Freitag, 2. Januar 2009

Der erste Streich

Da versammelt sich Silvester das gemeine Volk zur wichtigsten Tradition und begeht den Abend mit Prozenten, Promillen, Pyrotechnik und feiert die legitime Anarchie der Kultur, ein Feuerwerk für die ganze Familie.
Ein grünes Haus in Duissern leistete aber eine besondere Arbeit zum Thema alternativer Abendgestaltung. Hartwig Wollert, Lehrer für Bio und Sport auf meinem Steinbart, lud zur Feierlichkeit. Wildschweinragout, Rotkohl und Semmelklöße lockten wie Faßbier und ein kleiner Auftritt der Chimprellas. Lagerfeuer, Weltmusik, Menschen von jung bis alt - ein Gefühl von Freiheit ging durch die Reihen oder besser durch den Haufen - das duisburger Bildungsbürgertum schaltete den Blackberry aus und erfreute sich an der Melodie alter Zeiten. Ein Bild für die Götter. Mein persönlicher Höhepunkt war die Vorlesung meines Philolehrers Kunze in der Bibliothek, so lauschten alle andächtig, auf dem Boden sitzend den Gedichten Schillers bis Ringelnatz, starkdeutsch wie hochdeutsch. Eine sonderbare Gesellschaft, aber garantiert die amüsanteste.
Frohes Neues

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